Regiomeeting H+ Neuchâtel RHNe
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21. Mai 2026

Strategie 2030+ konkret umsetzen

Regionale Meetings von H+: Das Beispiel Neuenburg

Beim Treffen im Spital Neuenburg tauschten sich die H+ Mitglieder der Romandie darüber aus, was es braucht, damit die Akteure noch besser zusammenspielen und sich optimal koordinieren können. Analoge Regionale Meetings fanden auch in Bellinzona, Chur, Zürich und gestern in Bern statt.
Competence Muriel Chavaillaz

Autorin

Muriel Chavaillaz

Journaliste de Competence pour la Suisse romande et le Tessin

muriel.chavaillaz@hplus.ch

Am 5. Mai 2026 fand in den Räumlichkeiten des Réseau hospitalier neuchâtelois (RHNe) in Pourtalès das Regionale Meeting Romandie von H+ statt. An diesem Treffen nahmen zahlreiche Vertreter:innen aus dem Spitalsektor und den Behörden teil, um über die Zukunft des Gesundheitssystems zu diskutieren.

Weitere Regionale Meetings in der Deutschschweiz und im Tessin

Die Mitglieder von H+ diskutierten auch an weiteren Regionalen Meetings 2026 in Bellinzona, Chur, Zürich und Bern den Themenkreis «Abgestufte Versorgung, Koordination und Profilierung» – ein wichtiger Hebel, mit welchem die Spitäler selbst zur Transformation der Spitallandschaft beitragen können.

Ein Mitglied des H+ Vorstands setzte jeweils den strategischen Rahmen bzw. erläuterte die Verbindung zur H+ Strategie 2030+. Da auch die Perspektive der Kantone für die Weiterentwicklung der Spitallandschaft zentral ist, nahm an jedem Regionalen Meeting auch ein(e) kantonale(r) Gesundheitsdirektor(in) aus der entsprechenden Region als Vertreter(in) des GDK-Vorstands teil, um einen Input zu aktuellen Projekten der Spitalplanung zu geben und ein mögliches Zielbild für die abgestufte Versorgung zu skizzieren.

In anschliessenden Workshops diskutierten die Teilnehmenden zentrale Fragestellungen und mögliche Umsetzungsschritte. Ziel war es, Erfahrungen aus den Regionen aufzunehmen, laufende Initiativen sichtbar zu machen und gemeinsam zu identifizieren, in welchen Bereichen Zusammenarbeit und Koordination künftig besonders wichtig sind.

Anne-Geneviève Bütikofer sagte einleitend: «Das Ziel ist es, die Strategie 2030+ umzusetzen, damit sie nicht nur auf dem Papier steht.» Aus Sicht der Direktorin von H+ liegt die Verantwortung bei allen: «Wie organisieren wir uns, wie arbeiten wir zusammen, wie positionieren wir uns? Das liegt in unserer Verantwortung.»

Mit Verweis auf die von H+ in Auftrag gegebene PwC-Studie betonte Bütikofer das Potenzial einer besseren Koordination: «Wir könnten mehrere Tausend Vollzeitäquivalente einsparen und diese sinnvoller im System reinvestieren.» Die Leistungsverteilung (komplexe Operationen, 24-Stunden-Betreuung, gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen usw.) muss ihrer Meinung nach gemeinsam von den Einrichtungen geregelt werden: «Diese Umstrukturierung darf nicht von oben verordnet werden.»

Unvermeidliche Transformation

Diese Einschätzung teilte auch Dr. Gianni Rossi: «Eine Transformation der Spitallandschaft ist notwendig, und zwar nicht nur im kleinen Rahmen.» Angesichts der angespannten finanziellen Lage warnt der Vizepräsident von H+: «Die Hälfte der Spitäler schreibt rote Zahlen. Dem System fehlen jedes Jahr 1,2 Milliarden Franken.» Hinzu kommt ein besorgniserregender Personalmangel: Bis 2045 werden fast 28 700 zusätzliche Mitarbeitende benötigt. «Es ist unmöglich, so wie bisher weiterzumachen», betonte er in Neuenburg.

Für H+ stehen zwei Prioritäten im Vordergrund: eine gerechte Finanzierung zu gewährleisten und die ambulante Versorgung zu fördern. «Wir brauchen ein System, das Qualität und Effizienz belohnt. Heute wird die ambulante Versorgung noch zu oft benachteiligt.»

Wir fordern nicht nur Wandel, wir setzen ihn auch um.

Dr. Gianni Rossi, H+ Vizepräsident

Kantone an vorderster Front, verstärkte Zusammenarbeit

Pierre Alain Schnegg, Gesundheitsdirektor des Kantons Bern, erinnerte in Neuenburg an die zentrale Rolle der Kantone: «Die Spitalversorgung fällt unter ihre verfassungsmässige Pflicht.» Er betonte jedoch die Notwendigkeit einer verstärkten Koordination, die insbesondere von der GDK unterstützt wird. Der Trend zur Spitalkonzentration ist bereits im Gange: «Wir sind von 370 Spitälern im Jahr 2000 auf 270 im Jahr 2024 gesunken», erinnerte er. Im Kanton Bern wurden kürzlich drei stationäre Standorte geschlossen, eine Entwicklung, die «von der Bevölkerung besser verstanden wird als von manchen politischen Entscheidungsträgern».

Diese Umstrukturierung ziele insbesondere darauf ab, die Qualität zu stärken, indem komplexe Behandlungen gebündelt werden. Sie stellt aber auch grosse Herausforderungen, insbesondere an die medizinische Ausbildung: «Die Spitallandschaft zu verändern bedeutet auch, die Ausbildung zu verändern», erinnerte Schnegg. Um dem gerecht zu werden, habe Bern eine Weiterbildungspflicht für alle Einrichtungen eingeführt, verbunden mit einem Solidaritätsmechanismus.

Versorgungspfade und Ressourcen neu überdenken

Auch das Thema der ambulanten Versorgung stand im Zentrum der Diskussionen. «Der Handlungsspielraum ist gross», meinte Pierre Alain Schnegg, der in den ambulanten Zentren einen Hebel sieht, um die Spitäler zu entlasten und die personellen Ressourcen zu optimieren. Über die Strukturen hinaus müsse sich die gesamte Logik der Versorgung weiterentwickeln, mit einer besseren Verteilung der Patient:innen auf Fachzentren und Einrichtungen in ihrer Nähe.

Konstruktiver Austausch für konkrete Massnahmen

Der Tag wurde mit Workshops fortgesetzt, die sich mit konkreten Fallbeispielen aus der Romandie befassten, gefolgt von einer Networking-Runde. Die Teilnehmenden bekundeten den Wunsch, diesen Austausch in regelmässigen Abständen fortzusetzen.

In Neuenburg war die Botschaft klar: Angesichts der Herausforderungen im Gesundheitswesen ist es nicht mehr Zeit für Feststellungen, sondern für gemeinsames Handeln.

«Die Strategie 2030+ kann nur gelingen, wenn die Spitäler und Kliniken uns bei der Umsetzung unterstützen», betonte Anne-Geneviève Bütikofer abschliessend.

Beitragsbild: Muriel Chavaillaz

   

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