
Die vorliegende PwC-Studie zur Spitallandschaft der Zukunft bestätigt: Der Status Quo in der Finanzierung und Steuerung des Spitalwesens ist keine Option. Eine Transformation ist unvermeidlich – und machbar. Die Spitäler und Kliniken stehen unter enormen Kostendruck, der sich durch die demografische Entwicklung und den technologischen Fortschritt weiter verschärfen wird (siehe auch Position von H+ zur PwC-Studie).
Die PwC-Studie zeigt auf, wo es Handlungsfelder gibt und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit eine nachhaltige Umgestaltung der Spitallandschaft möglich ist.
Regine Sauter, Präsidentin von H+
Die PwC-Studie zeigt, dass diese Herausforderungen strukturell bedingt sind und sich ohne Modernisierung weiter verschärfen werden. Gleichzeitig bestätigt sie, dass ein gezielter Umbau die Qualität, Erreichbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Versorgung langfristig sichern kann. Die Spitäler wollen Verantwortung in Kooperation, Digitalisierung und neuen Modellen übernehmen. Die Studie von PwC zeigt auf, wo es Handlungsfelder gibt und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit eine nachhaltige Umgestaltung der Spitallandschaft möglich ist», hält Regine Sauter, Präsidentin von H+ fest.
Die PwC-Studie identifiziert drei zentrale Treiber der Transformation: Eine abgestufte Versorgung, die Ambulantisierung und die Digitalisierung. Die Spitäler und Kliniken sind bereit, Versorgungsnetzwerke auszubauen, vermehrt Leistungen im ambulanten Bereich anzubieten und die digitale Innovation voranzutreiben; aber dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen.
Es geht nicht darum, die Zahl der Spitäler zu definieren. Es geht darum, das System jetzt intelligent und koordiniert umzubauen.
Anne-Geneviève Bütikofer, Direktorin von H+
H+ formuliert klare Forderungen an Politik, Kantone und Tarifpartner. Priorität hat eine nachhaltige Finanzierung, welche die nötigen Investitionen ermöglicht – damit die Spitäler und Kliniken auch in Zukunft eine hochwertige, gut erreichbare und verlässliche Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung sicherstellen können.
H+ setzt sich auf Basis der PwC-Ergebnisse für eine Weiterentwicklung des Systems ein, die Qualität, Versorgungssicherheit und finanzielle Stabilität gleichermassen wahrt. An der heutigen Medienkonferenz hat H+ neun Bereiche präsentiert, in welchen die Politik und die Tarifpartner die nötigen Weichen stellen müssen. Priorität haben dabei drei Themengebiete:
1. Finanzierung sichern – Tarife an reale Kosten anpassen: Die Tarife müssen die realen Kosten im ambulanten und stationären Bereich abdecken und dabei die Teuerung berücksichtigen. Auch bei neuen gesetzlichen Aufgaben für die Spitäler und Kliniken muss die Finanzierung stets mitgeregelt werden. Nicht zuletzt müssen die Tarife auch die nötigen Investitionen für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen ermöglichen.
2. Ambulantisierung konsequent fördern: Ambulante Behandlungen entlasten das Personal und entsprechen dem Patientenwunsch – diese Verlagerung gelingt aber nur mit kostendeckenden Tarifen. Die Einführung der einheitlichen Finanzierung ist als Chance für eine faire Finanzierungsverteilung zu nutzen; dafür müssen die ambulanten Leistungen endlich sachgerecht abgegolten und die ambulanten Pauschalen konsequent weiterentwickelt werden.
3. Versorgungsplanung modernisieren – von Kantons- zu Versorgungsräumen: Die Spitalplanung darf nicht an den Kantonsgrenzen enden. Es ist eine engere Koordination und Zusammenarbeit zwischen den Kantonen und ein Denken in Versorgungsräumen nötig. Durch die Nutzung von Daten und transparenten Planungsprozessen können so Effizienz und Versorgungssicherheit garantiert werden. Die Spitäler und Kliniken ihrerseits tragen mit koordinierten Netzwerken dazu bei.
«Es geht nicht darum, die Zahl der Spitäler zu definieren. Es geht darum, das System jetzt intelligent und koordiniert umzubauen», sagt Anne-Geneviève Bütikofer, Direktorin von H+. «Jeder Aufschub der nötigen Reformen bedeutet höhere Kosten, gefährdet die Versorgungssicherheit und blockiert Innovationen.»
Das Schweizer Gesundheitssystem steht vor einem grundlegenden Wandel. Für H+ und die Spitäler und Kliniken bedeutet diese Transformation: Umbau statt Abbau. Die Spitäler und Kliniken liefern dazu ihren Beitrag: Effizienz, Qualität, Kooperation. Jetzt braucht es den politischen Willen und Entscheidungen, welche die nötigen Investitionen ermöglichen, die Planung modernisieren und die Digitalisierung verbindlich machen.
«Wenn alle Akteure – Spitäler, Politik, Kantone und Versicherer – gemeinsam handeln, bleibt unsere Gesundheitsversorgung weiterhin hochwertig, gut erreichbar und verlässlich», fasst Anne-Geneviève Bütikofer zusammen.
Beitragsbild: Muriel Chavaillaz