
Die Entwicklung der Patientenzahlen bestätigt: Die Zukunft der Gesundheitsversorgung ist ambulant. 2025 verzeichnete die SZB-Gruppe bei den ambulanten Konsultationen im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 9,7 Prozent. Die Nachfrage im stationären Bereich (Fälle) konsolidierte sich mit +1,4 Prozent (Vorjahr: +1%). Insgesamt wurden über 14 600 stationäre Fälle behandelt und über 250 000 ambulante Konsultationen durchgeführt. Damit ist es der SZB AG gelungen, ihre Position zu stärken und ihre Marktanteile auszubauen.
Während im stationären Sektor vorwiegend spezialisierte Angebote – darunter Spinale Chirurgie, Gefässmedizin, Kardiologie und Kinderchirurgie – ein erfreuliches Wachstum verzeichneten, wurde im MEDIN mit dem Aufbau einer Rheumatologie & Immunologie ein Angebot mit überregionaler Ausstrahlung geschaffen.
Der zweifellos nachhaltigste Schritt in Richtung Ambulantisierung ist der SZB AG im Jahr 2025 bei der Verschiebung operativer Eingriffe ins ambulante Setting gelungen: Schlüsselelement ist eine Tarifpartnerschaft mit dem Kanton Bern und der Einkaufsgemeinschaft HSK (Helsana, Sanitas, KPT), die im Rahmen eines auf drei Jahre befristeten Pilotprojekts ermöglicht, finanzielle Fehlanreize zu überwinden (siehe auch Entschlossen ambulantisieren). Inzwischen wurde das schweizweit beachtete Projekt mit dem «Prix d’excellence SanteneXt 2026» ausgezeichnet.
Geplant ist, in Gynäkologie, Orthopädie und HNO jährlich 300 bis 500 bisher stationär durchgeführte Fälle ins ambulante Setting zu verlagern. Im ersten Jahr konnte das SZB die Ausschöpfung des Ambulantisierungspotenzials bereits von 44 auf 53 Prozent erhöhen.
Eine erste Patientenzufriedenheitsumfrage zeigt klar: Das Angebot überzeugt auch die Patient:innen. Besonders gut bewerten sie die medizinische und pflegerische Betreuung sowie den Empfang, beide mit einer Zufriedenheitsrate von 98,3 Prozent.
Mit dem «Maison de la Santé» rückt im Jahr 2027 der nächste Ausbauschritt des ambulanten Gesundheitsclusters in Reichweite. Geplant ist an der Aarbergstrasse 72 in Biel ein integriertes Behandlungs-, Beratungs- und Begegnungszentrum, wo mit Partnern aus dem Gesundheits- und Sozialsektor innovative Angebote für den zu erwartenden Anstieg chronischer Erkrankungen entwickelt werden.
Gesundheitsversorgung neu zu denken, verlangt heute vor allem eine Behandlung, Betreuung und Nachsorge entlang des gesamten Patientenpfads. Die SZB-Gruppe setzt deshalb verstärkt auf Vernetzung mit vor- und nachgelagerten Akteuren – in der Region z.B. mit der neuen strategischen Partnerschaft mit der Spitex Biel-Bienne Regio AG (SBBR AG). Die Geriatrische Klinik übernimmt zudem seit Anfang 2026 die ärztliche Versorgung der Bewohnenden des Nidauer Alters- und Pflegeheims (Ruferheim). Ziel ist, noch mehr Kontinuität und Qualität bei der Gesundheitsversorgung älterer Menschen zu ermöglichen.
Überregional spannt das Zentrumsspital im «Réseau Bleu» mit Westschweizer Spitälern zusammen – schweizweit das erste interkantonale Versorgungsnetz für über 1 Million Menschen. Mit dabei das Hôpital du Jura (JU), das Réseau Hospitalier Neuchâtelois (NE), die Etablissements Hospitaliers du Nord Vaudois (VD) und das Ensemble Hospitalier de la Côte (VD). Teil der Allianz ist auch die CSS Versicherung.
Die Finanzen der SZB AG entwickeln sich anhaltend positiv. Die konsolidierte Konzernrechnung weist im Jahr 2025 einen um 5,2 Prozent erhöhten Betriebsertrag von 301,2 Millionen Franken aus (Vorjahr: 286,1 MCHF). Der Betriebsaufwand stieg um 4,9 Prozent auf 281,3 Millionen Franken (Vorjahr: 268,1 MCHF), wobei hier auch die anhaltende Teuerung spürbar war. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beträgt erfreuliche 16,8 Millionen Franken (Vorjahr: 15,5 MCHF). Mit 5,6 Prozent des Betriebsertrags (Vorjahr: 5,4%) verzeichnet die EBITDA-Marge ebenfalls einen erfreulichen Anstieg. Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses sowie einer Sonderabschreibung von 1,7 Millionen Franken in Zusammenhang mit dem Neubau-Vorhaben resultierte ein Verlust von 0,7 Millionen Franken (Vorjahr: Verlust von 1,8 MCHF).
Beitragsbild: MEDIN La Tour (@Marco Zanoni)