
Jeder Spitalaustritt markiert den Beginn einer Logistikkette. Ob eine Verlegung in eine Rehaklinik, der Rücktransport in ein Pflegeheim oder die Fahrt zur Dialyse: Fast jede Behandlung endet mit einem Transport. Was simpel klingt, verbraucht im Gesundheitswesen viele Ressourcen und entscheidet massgeblich darüber, wie schnell Betten für neue Patient:innen frei werden. Ein Umdenken in der Logistik könnte das Personal entlasten und die Spitalkosten spürbar senken.
Das Problem liegt oft in der Zuteilung. Sind Patient:innen stabil, ist ein klassischer Rettungswagen medizinisch oft nicht notwendig. Dennoch landet ein Grossteil dieser Verlegungsaufträge bei Rettungsdiensten, weil Leistungsvereinbarungen fehlen oder weil die Kompetenzen von Verlegungsdiensten nicht bekannt sind.
Während die direkte Zusammenarbeit zwischen Kliniken und festen Transportpartnern meist eingespielt ist, führt der Weg über den Notruf 144 oftmals ins Leere: Private Haushalte oder Heime erhalten bei Spontanbestellungen häufig Absagen, da die rechtliche Basis für eine Weitergabe an günstigere Verlegungsdienste fehlt. Und wo keine Ambulanz anrückt, wird in der Not auch auf unqualifizierte Anbieter ausgewichen – keine gute Wahl, wenn Patient:innen eine Betreuung bräuchten.
Ein Blick nach Bern zeigt Lösungsansätze: Das Pflichtenheft einer grösseren Spitalgruppe zur Ausschreibung von Patiententransporten verpflichtet die Transportpartner, bei Kapazitätsengpässen Anfragen auszutauschen und aktiv Transportlösungen zu suchen. Dies entlastet das Pflegepersonal, welches selbst mehrmals zum Telefon greifen müsste, um mühsam freie Transport-Kapazitäten zu finden.
Die Kosten von Verlegungstransporten werden entweder über Fallpauschalen mit den Spitälern abgerechnet oder belasten die Patient:innen direkt, da Krankenkassen in der Grundversicherung nur geringe Anteile übernehmen. Drei strategische Hebel können zur Senkung der Kosten beitragen:
Trotz des Spardrucks steht die medizinische Verantwortung an erster Stelle. Instabile Patient:innen mit unklarem Gesundheitszustand sind immer zwingend ein Fall für den Rettungsdienst. Qualifizierte Verlegungsdienste sind deshalb gemäss den Vorgaben des Interverbands für das Rettungswesen (IVR) zertifiziert und setzen Transportsanitäter:innen ein, die präklinisch geschult sind und den Zustand bei der Patientenübernahme einschätzen können. Bestehen Zweifel an der Transporteignung der Patient:innen, wird der Transport an den Rettungsdienst vermittelt. Auf diese Weise können Kosteneffizienz und Sicherheit unter einen Hut gebracht werden.
Medizinisch betreute Patiententransporte
MoPi.ch ist seit 2013 schweizweit auf Verlegungstransporte für Spitäler, Rehakliniken, Alters- und Pflegeinstitutionen sowie für private Auftraggeber spezialisiert. Die Teams führen monatlich über 1500 geplante und kurzfristige Transporte durch. Die Dienstleistungen umfassen medizinisch betreute Patientenverlegungen von Bett zu Bett, komplexe Heimverlegungen und begleitete Sitzend- und Rollstuhltransporte.
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