MoPi.ch Anbieter von medizinisch betreuten Patiententransportene Quelle: MoPi
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9. Juni 2026

Trend

Effiziente Patiententransporte können Spitäler und Kliniken entlasten

Zwischen Blaulicht und Rollstuhl-Taxi

In Schweizer Spitälern gehört das Verlegen von Menschen zum Alltag. Täglich werden hunderte Patient:innen transportiert. Dazu rücken oft teure Rettungsteams aus. Nötig wäre das nicht.
Competence Roger Müri

Autor

Roger Müri

Geschäftsführer, MoPi.ch AG, Aargau – Bern – Mittelland – Zürich

roger.mueri@mopi.ch

Jeder Spitalaustritt markiert den Beginn einer Logistikkette. Ob eine Verlegung in eine Rehaklinik, der Rücktransport in ein Pflegeheim oder die Fahrt zur Dialyse: Fast jede Behandlung endet mit einem Transport. Was simpel klingt, verbraucht im Gesundheitswesen viele Ressourcen und entscheidet massgeblich darüber, wie schnell Betten für neue Patient:innen frei werden. Ein Umdenken in der Logistik könnte das Personal entlasten und die Spitalkosten spürbar senken.

Viele Verlegungsaufträge stabiler Patient:innen landen bei Rettungsdiensten, weil Leistungsvereinbarungen mit Verlegungsdiensten fehlen.

Wenn das System sich selbst blockiert

Das Problem liegt oft in der Zuteilung. Sind Patient:innen stabil, ist ein klassischer Rettungswagen medizinisch oft nicht notwendig. Dennoch landet ein Grossteil dieser Verlegungsaufträge bei Rettungsdiensten, weil Leistungsvereinbarungen fehlen oder weil die Kompetenzen von Verlegungsdiensten nicht bekannt sind.

Während die direkte Zusammenarbeit zwischen Kliniken und festen Transportpartnern meist eingespielt ist, führt der Weg über den Notruf 144 oftmals ins Leere: Private Haushalte oder Heime erhalten bei Spontanbestellungen häufig Absagen, da die rechtliche Basis für eine Weitergabe an günstigere Verlegungsdienste fehlt. Und wo keine Ambulanz anrückt, wird in der Not auch auf unqualifizierte Anbieter ausgewichen – keine gute Wahl, wenn Patient:innen eine Betreuung bräuchten.

Eine grössere Berner Spitalgruppe verpflichtet die Transportpartner, bei Kapazitätsengpässen Anfragen auszutauschen und aktiv Transportlösungen zu suchen.

Ein Blick nach Bern zeigt Lösungsansätze: Das Pflichtenheft einer grösseren Spitalgruppe zur Ausschreibung von Patiententransporten verpflichtet die Transportpartner, bei Kapazitätsengpässen Anfragen auszutauschen und aktiv Transportlösungen zu suchen. Dies entlastet das Pflegepersonal, welches selbst mehrmals zum Telefon greifen müsste, um mühsam freie Transport-Kapazitäten zu finden.

Drei Hebel zur Kostensenkung

Die Kosten von Verlegungstransporten werden entweder über Fallpauschalen mit den Spitälern abgerechnet oder belasten die Patient:innen direkt, da Krankenkassen in der Grundversicherung nur geringe Anteile übernehmen. Drei strategische Hebel können zur Senkung der Kosten beitragen:

  • Spezialisierung: Die Konzentration auf Verlegungen stabiler Patient:innen senkt die Kosten, da die Fahrzeuge weniger aufwändig als Rettungswagen für Notfalleinsätze ausgestattet sein müssen.
  • Bündelung: Wenn Transporte regional gebündelt werden, lassen sich teure Leerfahrten vermeiden. Spitaleigene Transportdienste, die vornehmlich zu Bürozeiten fahren und sich auf die eigenen Fälle konzentrieren, sind hier oft im Nachteil, da die nötigen Skaleneffekte fehlen.
  • Zeitplanung: Da Kliniken ihre Betten meist am Vormittag für Neuzugänge räumen, entsteht ein regelrechter «Austritts-Stau». Würden planbare Verlegungen vermehrt auf den Nachmittag gelegt und Aufnahmezeiten bei Rehakliniken weiter flexibilisiert, könnten die Verlegungsdienste noch gleichmässiger ausgelastet und die Tarife weiter gesenkt werden.

Patientensicherheit ist nicht verhandelbar

Trotz des Spardrucks steht die medizinische Verantwortung an erster Stelle. Instabile Patient:innen mit unklarem Gesundheitszustand sind immer zwingend ein Fall für den Rettungsdienst. Qualifizierte Verlegungsdienste sind deshalb gemäss den Vorgaben des Interverbands für das Rettungswesen (IVR) zertifiziert und setzen Transportsanitäter:innen ein, die präklinisch geschult sind und den Zustand bei der Patientenübernahme einschätzen können. Bestehen Zweifel an der Transporteignung der Patient:innen, wird der Transport an den Rettungsdienst vermittelt. Auf diese Weise können Kosteneffizienz und Sicherheit unter einen Hut gebracht werden.

Medizinisch betreute Patienten­transporte

MoPi.ch ist seit 2013 schweizweit auf Verlegungs­trans­porte für Spitäler, Rehakliniken, Alters- und Pflege­institutionen sowie für private Auftraggeber spezialisiert. Die Teams führen monatlich über 1500 geplante und kurzfristige Transporte durch. Die Dienstleistungen umfassen medizinisch betreute Patientenver­legungen von Bett zu Bett, komplexe Heimverlegungen und begleitete Sitzend- und Rollstuhltransporte.

Beitragsbild: MoPi.ch

   

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