
Digitalisierung mit KI hat sich in der Gastronomie stark entwickelt. Wir sprechen von einem eigenen «Digiversum», einem digitalen Universum, das sich zusammen mit dem Ausser-Haus-Konsum entwickelt hat. Mit diesem raschen Wandel Schritt zu halten und die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist sowohl Herausforderung als auch Chance.

Die digitale Unterstützung nimmt zu, speziell wenn es darum geht, kosteneffizienter zu arbeiten, Wirtschafts- und Qualitätskontrollen zu stärken sowie Anti-Food-Waste-Massnahmen zu fördern. Ein Personalplan ist heute in ein paar Sekunden bis Minuten erstellt. Ich möchte den Spitalverantwortlichen Mut machen, digitale Möglichkeiten zu prüfen und gezielt zu implementieren. Solche durchdachten Entscheidungen führen automatisch zu mehr Effizienz und geben Kapazitäten frei.
Die Robotik spielt vor und hinter den Kulissen eine immer grössere Rolle. Sie hilft vor allem, dem Personal- bzw. Fachkräftemangel entgegenzuwirken. An den richtigen Stellen eingesetzt, entlastet Robotik das Personal, das nun mehr Zeit für die Patient:innen hat.
Kreative Roboter können beispielsweise Tabletts bestücken, insbesondere beim Frühstück und Abendessen.
Das Unternehmen Kuka beispielsweise entwickelt kreative Roboter für die Gastronomie. Solche können z.B. Tabletts bestücken, insbesondere beim Frühstück und Abendessen – eine wirkliche Chance in Zeiten von Personalmangel.
Im Vending-Bereich – dem Verkauf von Esswaren in Automaten – kommen sowohl Robotik als auch KI zum Einsatz. Zunehmend gibt es neben Automaten auch ganze Kochroboter-Küchen auf dem Markt, die autark funktionieren, ohne dass Personal vor Ort sein muss. Rund um die Uhr können mit solchen Konzepten qualitativ hochwertige frische Speisen kalt oder warm bereitgestellt werden.
Beim Konzept der Firma Eurekantine läuft das Ordering via Handy (Prozess siehe oben im Slider). Im Angebot sind einzelne Automaten bis hin zu kompletten Containern inklusive Bistro mit Bestuhlung – jeweils mit integrierten Mikrowellen und Mehrweg-Geschirr. Solche Systeme sind einerseits mit Blick auf die Nachhaltigkeit interessant. Andererseits entlasten sie das Personal insbesondere in Spitzenzeiten der Speiseausgabe.


Hier können autonome Kochroboter zum Einsatz kommen. Zu nennen ist die Firma GoodBytz, die einen Roboter entwickelt hat, der bis zu 150 attraktive Gerichte pro Stunde vollautonom kochen kann, z.B. Bowls, Salate, Pasta, asiatische Gerichte etc. Solche Roboter verfügen über ein intelligentes Warenwirtschaftssystem, das anzeigt, sobald gewisse Zutaten händisch wieder aufgefüllt werden müssen.
Das Stichwort ist hier Personalisierte Ernährung. Mithilfe von KI können z.B. Gesundheitswerte von Patient:innen in die Speisepläne integriert und individuelle Pläne automatisch ausgerechnet und erstellt werden. Bei der Erfassung solcher Daten ist es wichtig, in einem geschützten Bereich, Datenschutz-konform, ein separates Tool anzulegen, ohne dass der Rest des Gesundheitszustands der Patient:innen offengelegt wird.
Es ist wichtig, immer auch Genussfaktoren einzubauen.
Zu bedenken ist, dass es nicht nur um Nahrungsmittelaufnahme geht. Die Menschen suchen heute auch ein emotionales Erlebnis. Gerade im Spitalbett kommt dem Essen eine zentrale Rolle zu. Es sind oftmals kleine Dinge wie z.B. ein kleiner Smiley-Keks, die den Patient:innen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das Essen muss also auch genussvoll sein. In der Trendforschung sprechen wir von einer Pseudo-gesunden Ernährungsweise der Verbraucher:innen. Auf der einen Seite waren sie noch nie so aufgeklärt wie heute. Und auf der anderen Seite haben sie keine Lust, sich immer konsequent an eine gesunde Ernährung zu halten.
Es ist wichtig, immer auch Genussfaktoren einzubauen. Neben vermehrt regionalen und saisonalen, lokalen Speisen, sind auch internationale Speisen sehr beliebt, so auch Street Food und Snacks. Insgesamt ist es aber wichtig, dass Spitäler attraktive gesundheitsorientierte Speisen im Sinne einer stärker pflanzenorientierten Ernährung anbieten, mit veganen, vegetarischen Highlights. Besonders nachhaltige pflanzliche Proteinalternativen sind laut unserer Forschung Sonnenblumenkerne z.B. in Bratlingen und Lupinenmehl z.B. in Gebäcken.
Karin Tischer ist als international anerkannte Food-Spezialistin seit 29 Jahren mit ihrem Team von food & more für nationale und internationale Kunden aus Industrie, Handel, dem Ausser-Haus-Markt und B2B-Partnern tätig. Für diese werden Konzepte, Innovationen und Rezepturen entwickelt. Zudem ist Karin Tischer weltweit in der Trendforschung tätig.
Beitragsbild: Kochroboter der Firma GoodBytz (Foto: Jens Umbach)