
Eine systematische Weiterbildungspolitik beginnt mit einer klaren Frage: Welche Kompetenzen werden in Spitälern, Kliniken und Heimen heute und künftig benötigt? Für H+ Bildung ist deshalb der kontinuierliche Austausch mit der Personalentwicklung, der Führung und den Fachbereichen zentral. Rückmeldungen aus der Praxis zeigen, welche Inhalte fehlen, welche Funktionen sich verändern und wo neue Anforderungen entstehen.
Vorbereitungskurse auf eidgenössische Prüfungen müssen die Vorgaben der Prüfungsordnung in konkrete Lernschritte übertragen. Dazu gehören eine frühe Zulassungsabklärung, die Orientierung an den geforderten Handlungskompetenzen und das realitätsnahe Üben schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfungsteile. Regelmässige Standortbestimmungen machen Lernfortschritte sichtbar und zeigen, in welchen Bereichen zusätzliche Unterstützung nötig ist.
Bundesbeiträge richtig nutzen
Die Bundesfinanzierung ist subjektorientiert: Das Geld wird nicht direkt an das Spital, die Klinik oder das Heim, sondern an die Person ausbezahlt, die einen Kurs absolviert hat. Im Normalfall erfolgt der Antrag nach dem Ablegen der eidgenössischen Prüfung; der Anspruch besteht unabhängig vom Prüfungserfolg.
Damit der Beitrag nicht verloren geht, sollten Institution und Mitarbeitende vor Kursbeginn drei Punkte klären:
a) Der Vorbereitungskurs muss im Jahr des Kursbeginns auf der Meldeliste des Bundes stehen.
b) Rechnung und Zahlungsbestätigung müssen auf den Namen der teilnehmenden Person lauten; sie muss die Kursgebühren dem Anbieter selbst bezahlen.
c) Unterstützt das Spital, die Klinik oder das Heim die Vorfinanzierung, sollte dies direkt mit der Mitarbeitenden oder dem Mitarbeitenden geregelt werden – zum Beispiel über eine Bildungsvereinbarung oder ein Darlehen.
H+ Bildung kennzeichnet beitragsberechtigte Lehrgänge und unterstützt Teilnehmende bei den wichtigsten Schritten. Für Spitäler, Kliniken und Heime wird Weiterbildung damit finanziell planbarer und zugleich zu einem wirksamen Instrument der Personal- und Organisationsentwicklung.
Der Nutzen steigt, wenn betriebliche Aufgaben Teil des Lernprozesses sind. Dieser konsequente Praxisbezug zeigt sich auch bei den Dozierenden: Sie kommen aus der Praxis, kennen die jeweilige Thematik aus dem Berufsalltag und sind mit den damit verbundenen Herausforderungen vertraut. Sie unterrichten nach dem Grundsatz «von der Praxis für die Praxis».
Eine Teilnehmerin aus einer Klinik kann etwa Schutzmassnahmen zur Infektionsprävention analysieren und weiterentwickeln. Ein Teilnehmer aus einem Heim überprüft Abläufe in der Dienstplanung oder Qualitätssicherung. So wirkt das Gelernte bereits während des Kurses im Betrieb.
Schichtarbeit, Teilzeitpensen und knappe Personalressourcen verlangen planbare Termine sowie passende Präsenz-, Online- und Selbstlernphasen. Ebenso wichtig sind klare Absprachen zwischen Institution, Teilnehmenden und Bildungsanbieter: Welche Lernzeit steht zur Verfügung? Welche Fragestellungen können in den Kurs eingebracht werden? Und wie wird das Wissen anschliessend im Team verankert?
Betriebsinterne Kurse lassen sich gezielt auf die internen Anforderungen und Rahmenbedingungen abstimmen, sodass ein ganzes Team gemeinsam geschult werden kann. Das fördert ein gemeinsames Verständnis und erleichtert den unmittelbaren Wissenstransfer.
Erfolgreiche Vorbereitungskurse auf eidgenössische Prüfungen verbinden vier Elemente: systematische Kompetenzplanung, gezielte Prüfungsvorbereitung, direkten Praxistransfer und verlässliche Rahmenbedingungen.
Beitragsbild: Eine Teilnehmerin aus einer Klinik, die an einem Kurs von H+ Bildung teilnimmt, kann z.B. Schutzmassnahmen zur Infektionsprävention analysieren und weiterentwickeln. (Foto: Canva)