
Eine Anfrage, ein Sitzungstisch, ein neuer Studiengang: So beginnt eine Weiterbildung am Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule (BFH) häufig. Systematische Angebotsentwicklung heisst dabei nicht, «ein Angebot für alle» zu konzipieren, sondern verlässliche Wege zu suchen, auf denen Bedürfnisse aus der Praxis zu künftigen Kompetenzen von Absolvent:innen werden.
Viele Weiterbildungen entstehen direkt aus Anliegen von Gesundheitsorganisationen. So wurde der CAS Studiengang Psychosoziales Caring gemeinsam mit den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD) entwickelt.
Der Fachkurs Pharmakologie geht auf eine Anfrage des Lindenhofspitals Bern zurück. Solche Kooperationen stellen sicher, dass Bildungsangebote dort ansetzen, wo Spitäler tatsächlich Entwicklungsbedarf haben.
Weiterbildung nach Mass statt von der Stange
Ein deutlicher Trend der vergangenen Jahre ist die Nachfrage nach organisationsspezifischen Weiterbildungen: Gesundheitsinstitutionen möchten zunehmend nicht nur einzelne Mitarbeitende qualifizieren, sondern gemeinsame Kompetenzen in Teams aufbauen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn Mitarbeitende dieselben Konzepte, Methoden und Fachsprachen erlernen, gelingt der Transfer in den Berufsalltag nachhaltiger. Deshalb entwickelt die Berner Fachhochschule (BFH) Weiterbildungen zunehmend gemeinsam mit Organisationen. Inhalte, Fallbeispiele und Umsetzungsprojekte werden auf die jeweilige Versorgungssituation zugeschnitten. So entstehen Bildungsangebote, die wissenschaftliche Evidenz mit den konkreten Herausforderungen der Praxis verbinden und einen direkten Nutzen für die Gesundheitsversorgung schaffen.
Mit der FMH bietet die BFH den CAS Studiengang Qualität im Gesundheitswesen für die patientennahe Arbeitspraxis an. Gemeinsam mit H+ Bildung wurde ein Co-Working-Modell im Bereich Führung und Management entwickelt.
Ärzt:innen verbinden ihre Führungsausbildung mit Modulen der BFH zu Projektmanagement oder Design Thinking und erwerben so zusätzliche Kompetenzen, um Veränderungen zu gestalten.
Neue Bildungsangebote entstehen auch aus Forschungsprojekten: Aus einer Zusammenarbeit mit dem Inselspital zur Prävention chronischer Schmerzen entstand ein entsprechender Fachkurs. Erkenntnisse aus der Pflegeforschung fliessen in massgeschneiderte Inhouse-Angebote ein. Ob Spital, Rehaklinik oder Spitex: Inhalte werden auf die jeweilige Versorgungssituation abgestimmt.
Gesundheitsorganisationen fragen vermehrt betriebsspezifische Angebote nach, die ganze Teams weiterentwickeln und damit eine nachhaltige Wirkung entfalten. Kompetenzen in Leadership, Projektmanagement, interprofessioneller Zusammenarbeit und Veränderungsprozessen gewinnen an Bedeutung.
Die BFH verbindet Weiterbildung, Forschung und Praxis mit dem Ziel, Fach- und Führungskräfte dabei zu unterstützen und die Gesundheitsversorgung zukunftsorientiert und wirksam mitzugestalten.
Beitragsbild: Die Berner Fachhochschule (BFH) setzt auf Austausch und nachhaltige berufliche Netzwerke. (Foto: zvg)