
Ein wichtiger Meilenstein in der Zusammenführung der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) und des Psychiatriezentrums Münsingen (PZM) wird gemäss aktueller Mitteilung der 1. Juli 2026 sein: Ab dann treten sie als ein Unternehmen auf, das einen neuen Namen tragen wird. Die Namen UPD und PZM werden nicht mehr geführt. Der neue Name lautet Universitäres Psychiatrisches Zentrum Bern (UPZ).
Damit das UPZ per 1. Juli seine Leistungen als neue Organisation erbringen kann, laufen derzeit die Vorbereitungsarbeiten auf Hochtouren. Dies beispielsweise in den Bereichen Informatik, Personalwesen und Finanzen. Oberstes Ziel ist, dass die psychiatrische Versorgung jederzeit sichergestellt bleibt.
Gleichzeitig werden Projekte zur weiteren Integration beider Unternehmen ins UPZ sowie zur Weiterentwicklung und Harmonisierung bereits vorangetrieben. Eines dieser Projekte ist das neue Qualitätsmanagementsystem, das ab 2027 die bestehenden Systeme von UPD und PZM ablösen wird.
Der Regierungsrat des Kantons Bern hat vergangenen Oktober der Fusion zugestimmt. Die beiden Psychiatrien arbeiten in enger Zusammenarbeit mit der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern (GSI) auf den Zusammenschluss hin.
Eine wichtige Voraussetzung für die Fusion war ein gesundes finanzielles Fundament. Hier konnten sich sowohl das PZM als auch die UPD weiter verbessern: Beide Psychiatrien weisen 2025 einen positiven Geschäftsgang aus.
Die UPD schreibt für 2025 einen Gewinn von CHF 22,9 Millionen (Vorjahr: Verlust -8,7 Mio., 2023 Verlust -21,9 Mio.). Das Ergebnis enthält zwei einmalige positive Sondereffekte. Einerseits wurden aufgrund der Vollkapitalisierung der Bernischen Pensionskasse (BPK) Rückstellungen im Umfang von CHF 10,8 Millionen aufgelöst, und anderseits konnten Rückstellungen im Zusammenhang mit COVID von 1,4 Millionen aufgelöst werden.
Die EBITDA-Marge konnte 2025 auch ohne Sondereffekt deutlich gesteigert werden auf 7,1 Prozent (Vorjahr -2,4 Prozent, 2023 -10,6 Prozent). Das Darlehen von CHF 52 Millionen aus dem kantonalen Rettungsschirm wurde zu CHF 30 Millionen beansprucht. Die weiteren Tranchen werden aufgrund des guten Geschäftsgangs nicht benötigt.
Das PZM weist für 2025 ebenfalls einen Gewinn aus, in der Höhe von CHF 6,3 Millionen (Vorjahr Verlust -0,3 Mio., 2023 Verlust -5,7 Mio.). Die EBITDA-Marge beträgt ohne den einmaligen Pensionskasseneffekt von 5,2 Millionen 5,7 Prozent (Vorjahr 3,4 Prozent, 2023 -2,2 Prozent).
Das UPZ bleibt auch nach dem 1. Juli 2026 an den zwei Hauptstandorten in Bern und Münsingen. Gemeinsam mit der GSI werden verschiedene Varianten für die Zukunft geprüft.
Im Gespräch ist unter anderem, den Betrieb entweder auf dem heutigen UPD-Gelände Waldau an der Bolligenstrasse oder auf dem PZM-Gelände in Münsingen zu konzentrieren und weiterzuentwickeln. Die Verantwortlichen des Projekts erheben derzeit, welche Infrastruktur dereinst für eine moderne Psychiatrie zur Verfügung erforderlich ist. Anschliessend soll im Herbst 2026 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Bis zur möglichen Eröffnung eines neuen UPZ-Campus könnte es 2034 werden.
Beitragsbild: Canva