
Die Ergebnisse der ersten landesweiten Erhebung der Patientenerfahrung basieren auf Rückmeldungen von knapp 47 000 erwachsenen Patient:innen. Sie stellten den Schweizer Akutspitälern und -kliniken ein positives Zeugnis aus. 76,6 Prozent der Teilnehmenden bezeichneten ihre allgemeine Erfahrung während des Spital- und Klinikaufenthalts als sehr gut und 76,5 Prozent würden das Spital auf jeden Fall weiterempfehlen.
Der ANQ führte die nationale Erhebung der Patientenerfahrung (Patient-Reported Experience Measures PREMs) 2025 zum ersten Mal durch. Sie ist mit 33 Fragen deutlich umfassender als die frühere ANQ-Messung der Patientenzufriedenheit. Die Fragen behandeln die Bereiche Eintritt, Information, Beteiligung, Respekt, Organisation, neue Medikamente, Umgebung, Austritt und globale Zufriedenheit. Die Ergebnisse zeigen die Patientenperspektive und geben den Spitälern und Kliniken wichtige Informationen für die Qualitätsentwicklung im Rahmen einer patientenzentrierten Behandlung und Pflege. In der Akutsomatik findet die nächste nationale Befragung 2027 statt.
In den einzelnen Themenbereichen schnitten die Institutionen in Bezug auf Respekt und Information am besten ab. 89,4 Prozent der Befragten gaben an, dass sie von Ärzteschaft und Pflegepersonal immer mit Würde und Respekt behandelt wurden. 77,3 Prozent der Patient:innen fühlten sich während des Spitalaufenthalts gut informiert und gaben den Behandelnden Höchstnoten für ihre verständlichen Erklärungen und ihr aufmerksames Zuhören.
Im Themenbereich «Neue Medikamente» wurden die Patient:innen gefragt, wie häufig das Spitalpersonal den Zweck und die möglichen Nebenwirkungen von neuen Medikamenten erklärte. Auf einer vierstufigen Skala kreuzte fast ein Viertel der Antwortenden (24,2%) «manchmal» oder «nie» an. Zurückhaltendere Rückmeldungen gab es auch rund um den Ein- und Austritt. Bei den Fragen zum Spitalaustritt wählten 12,6 Prozent der Befragten eine der beiden tiefsten Antwortkategorien. Bei den Fragen zum Spitaleintritt waren es 9,2 Prozent.
Die ANQ-Ergebnisse zeigen im Weiteren, dass die Patientenerfahrung davon abhängt, ob der Spitaleintritt als Notfall oder geplant erfolgt. So waren die Rückmeldungen von Notfall-Patient:innen in allen Themenbereichen weniger gut. Unterschiede gab es auch zwischen den Spitaltypen. Die älteren Patient:innen von geriatrischen Fachkliniken beurteilten ihre Erfahrungen kritischer als die übrigen Befragten.
Befragt wurden alle erwachsenen, in der Schweiz wohnhaften Patient:innen, die zwischen dem 15. September und dem 15. November 2025 aus einem der 186 teilnehmenden Akutspitäler entlassen wurden. Sie füllten die Befragung nach ihrem Spitalaustritt online oder auf Papier aus. Insgesamt wurden 166 594 Fragebogen verschickt, der Rücklauf betrug 28,2 Prozent. Die Analyse basiert auf 46 923 auswertbaren Fragebogen.
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