
Die Schweizer Bevölkerung wird älter und braucht entsprechend mehr medizinische Behandlungen und Pflege. Gleichzeitig macht der medizinische Fortschritt Therapien möglich, die es vor wenigen Jahren noch nicht gab. Diese Entwicklung trägt zu einer hochstehenden Gesundheitsversorgung bei, führt aber auch zu steigenden Kosten. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen personellen, infrastrukturellen und finanziellen Mittel möglichst wirksam einzusetzen.
Wer das Kostenwachstum nachhaltig dämpfen will, muss die Transformation hin zu einer ambulanten und regional vernetzten Versorgung ermöglichen.
Anne-Geneviève Bütikofer, Direktorin von H+
Die Spitäler und Kliniken sind heute weit mehr als Orte für stationäre Behandlungen. Sie gewährleisten die Notfallversorgung, bieten Diagnostik, ambulante Sprechstunden, Tagesmedizin, Therapien und Nachbehandlungen an und stellen hoch spezialisierte medizinische Leistungen bereit. Damit sind sie ein zentraler Pfeiler der Grundversorgung.
Viele Eingriffe, für die früher ein mehrtägiger Spitalaufenthalt notwendig war, können heute ambulant durchgeführt werden. Das entspricht häufig den Bedürfnissen der Patient:innen, benötigt weniger Infrastruktur und entlastet das Personal, weil weniger Übernachtungen sowie Nacht- und Wochenenddienste erforderlich sind. Die Spitäler treiben diese Entwicklung aktiv voran, trotz zu tiefer Tarife im ambulanten Bereich.

Die Transformation geht jedoch über die Ambulantisierung einzelner Behandlungen hinaus. Spitäler und Kliniken bündeln ihre Angebote, spezialisieren sich und arbeiten enger mit Hausärzt:innen, Spitex, Rehabilitation, Psychiatrie und anderen Leistungserbringern zusammen. So vermeiden sie Doppelspurigkeiten und führen Behandlungen dort durch, wo es medizinisch sinnvoll und effizient ist.
«Das Spital von heute ist stationär, ambulant und vernetzt. Die Spitäler und Kliniken sind damit nicht nur ein bedeutender Teil in der Gesundheitsversorgung, sondern auch wichtiger Treiber im Wandel der Versorgung von Patient:innen. Wer das Kostenwachstum nachhaltig dämpfen will, muss die Transformation hin zu einer ambulanten und regional vernetzten Versorgung ermöglichen», sagt Anne-Geneviève Bütikofer, Direktorin von H+.
Damit die Spitäler ihren Beitrag vollumfänglich leisten können, müssen die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen diese Entwicklung unterstützen. Heute werden viele ambulante Leistungen noch immer nicht kostendeckend vergütet. 2025 erreichten mehr als 80 Prozent der Akutspitäler die Marge nicht, die für einen nachhaltigen Betrieb nötig ist. Weitere Tarifsenkungen oder neue gesetzliche Eingriffe dämpfen die Kosten deshalb nicht, sie bremsen die Ambulantisierung und sorgen für einen höheren administrativen Aufwand.
H+ fordert deshalb sachgerechte ambulante Tarife, die eine effiziente Leistungserbringung angemessen abbilden. Gleichzeitig braucht es bessere Voraussetzungen und gezielte Anreize, damit Netzwerke und Kooperationen unter den Leistungserbringern gefördert werden können. Denn eine nachhaltige Kostendämpfung gelingt nicht durch eine Schwächung der Versorgung, sondern durch deren gezielte Transformation. Die Spitäler und Kliniken sind bereit, diesen Wandel weiter voranzutreiben, für eine qualitativ hochstehende, finanzierbare und langfristig gesicherte Gesundheitsversorgung.
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