
Der Sommer 2026 war heisser als der Rekordsommer 2003. Gemäss dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie wurden deutlich häufiger Temperaturen von 30 Grad oder mehr gemessen – begleitet von ungewöhnlich langen Hitzewellen und besonders vielen Tropennächten. In Basel wurde die bislang höchste Tageshöchsttemperatur auf der Alpennordseite registriert.
In einer drei Grad wärmeren Welt, auf die wir aktuell zusteuern, entspräche der Sommer 2026 einem durchschnittlichen Sommer.
Felicitas Erzinger, SRF-Wissenschaftsredaktorin
«Dies entspricht dem, was die Klimamodelle voraussagen. In einer drei Grad wärmeren Welt, auf die wir aktuell zusteuern, entspräche dieser Sommer einem durchschnittlichen Sommer. Rund jeder zweite würde noch heisser werden, einige auch noch trockener. Darauf sollten wir uns vorbereiten», sagt die Umweltwissenschaftlerin und SRF-Wissenschaftsredaktorin Felicitas Erzinger (Rendez-vous, 10.9.).
«In einem Spital ist natürlich auch bei hohen Temperaturen ein angenehmes Raumklima zentral – sowohl für unsere Patient:innen als auch für unsere Mitarbeitenden», sagt Oliver Faschian, Leiter Betrieb & Immobilien am Kantonsspital Baselland (KBSL).

In sensiblen Bereichen wie Notfall, Operationssälen, Intensiv- und Überwachungsstationen, Labors sowie Räumen mit empfindlicher Medizintechnik oder Medikamentenlagerung kommen im KSBL kühlende Lüftungssysteme mit integrierter Kühlfunktion und HEPA-Filtration zum Einsatz.
«In allen übrigen Bereichen setzen wir auf ein differenziertes Konzept bestehend aus optimierten Lüftungssystemen und vor allem Fensterlüftung in der Nacht zur natürlichen Abkühlung. Die vielen Hitzewellen in diesem Sommer mit den vielen aufeinanderfolgenden Tropennächten haben aber eine effektive Abkühlung der Gebäude in den Morgenstunden erschwert», ergänzt der Leiter Betrieb & Immobilien.
Wir werden künftig prüfen müssen, wie wir mobile Kühlungslösungen in Patientenbereichen flexibler und sicher umsetzen können.
Oliver Faschian, Leiter Betrieb & Immobilien, Kantonsspital Baselland (KBSL)
Bisher seien mobile Ventilatoren oder Klimageräte in Patientenbereichen aus spitalhygienischen Gründen nicht eingesetzt worden, da diese Keime, auch multiresistente Erreger, über mehrere Meter verteilen können und diese insbesondere bei Patient:innen mit offenen Wunden, Atemwegserkrankungen oder Immunsuppression ein Risiko darstellen. Zudem seien viele Geräte nicht desinfizierbar (z.B. Motor oder Gitter) und ihre Reinigung ist im Spitalalltag nicht durchgängig kontrollierbar. «Hier werden wir für die Zukunft sicherlich überprüfen müssen, wie wir solche Kühlungslösungen dennoch im Sinne der Patient:innen flexibler umsetzen können», sagt Oliver Faschian.
Hohe Temperaturen belasten insbesondere ältere, chronisch kranke und andere vulnerable Menschen. Ein angenehmes, möglichst konstantes Raumklima ist deshalb gerade bei stationären Aufenthalten ein wichtiger Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung. Vor dem Hintergrund der zunehmend heissen Sommer hat das Spital Thusis (GR) die notwendige Erneuerung seiner über 30-jährigen Lüftungsanlage genutzt, um die Infrastruktur nachhaltig auf die Zukunft auszurichten.

Sämtliche Patientenzimmer des Spitals Thusis profitieren nun von einer temperierten Zuluft, die im Sommer gekühlt und im Winter vorgewärmt werden kann. Die sanierte Lüftungsanlage bleibt an die bestehende Fernwärme- und Kaltwasserinfrastruktur angeschlossen. Sie verbessert das Raumklima, erhöht die Betriebssicherheit und senkt den Energie- und Wartungsaufwand.
«Mit dieser Modernisierung machen wir einen wichtigen Schritt, um das Spital Thusis an den Klimawandel anzupassen», sagt der CEO, Sandro Pirovino.
Bei mehreren Extremtagen in Folge sind auch der Leistung der neuen Lüftungsanlage Grenzen gesetzt.
Ralf Cadosch, Leiter Technischer Dienst des Spitals Thusis
Der Leiter Technischer Dienst des Spitals Thusis, Ralf Cadosch, ergänzt: «Die neue Anlage erfüllt die hohen hygienischen Anforderungen an die Luftqualität und kann die Zuluft auch an heissen Tagen um mehrere Grad abkühlen. Bei mehreren Extremtagen in Folge sind aber auch ihrer Leistung Grenzen gesetzt.»
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