Altes Gebäude Spital Menziken zvg
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12. Oktober 2026

Asana Spital Menziken

Wie sich ein Spital aufgrund finanzieller Zwänge wandeln muss – ein Beispiel

Neuorganisation des Spitals Menziken

Die Neuorganisation des Spitals Menziken verlaufe trotz grosser emotionaler Betroffenheit professionell. Die ambulanten Angebote sollen gemäss Information des Spitals künftig weiterbestehen. Der Weiterbetrieb des Akutspitals sei finanziell nicht verkraftbar. Viele Mitarbeitende, die von einer Kündigung betroffen seien, hätten bereits eine Anschlusslösung gefunden. Die übrigen Mitarbeitenden unterstütze das Spital weiterhin intensiv.

Der Verwaltungsrat der Asana Spital Menziken AG hat am 24. Juni 2026 erstmals darüber informiert, weshalb er gezwungen ist, den stationären Betrieb des Akutspitals in Menziken Ende Oktober 2026 einzustellen.

Dank äusserst hilfreichen Lösungen mit der Luzerner Spitalbetriebe AG (LUKS) und dem Pflegeheim Falkenstein Asana AG steht in Zukunft ein grosser Teil des ambulanten Angebots – Rettungsdienst, Notfallversorgung im Tagesbetrieb, Hausarztpraxis, Ambulatorium mit Spezialisten-Sprechstunden und Physiotherapie – sowie die Langzeitpflege-Station in Menziken weiterhin zur Verfügung. Zudem werden die Cafeteria und die Küche weiter betrieben, inklusive Versorgung externer Kunden.

Vorschläge von Mitarbeitenden wurden nach Möglichkeit in den Sozialplan integriert.

Die Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung sichert am Standort Menziken rund 150 Arbeitsplätze. Wie bereits kommuniziert, gehen jedoch mit der Schliessung des Akutspitals Ende Oktober 2026 bedauerlicherweise ebenso viele Arbeitsplätze verloren.

Dem Verwaltungsrat ist bewusst, dass eine Kündigung für jede einzelne betroffene Person und ihr Umfeld äusserst belastend ist. Deshalb hat er nach einem ordentlichen gesetzlichen Konsultationsverfahren vom 24. Juni bis 22. Juli 2026 für die Mitarbeitenden einen Sozialplan erarbeitet. Dieser soll den betroffenen Mitarbeitenden des Spitals Menziken möglichst gute Zukunftsaussichten bieten und sie in ihrer schwierigen Situation bestmöglich unterstützen. Dabei wurden die Vorschläge von Mitarbeitenden nach Möglichkeit in den Sozialplan integriert.

Unterstützung läuft auf Hochtouren: Viele Betroffene haben bereits eine Anschlusslösung

In den vergangenen Wochen hat das Spital Menziken zahlreiche Massnahmen umgesetzt, um die Betroffenen zu unterstützen und den Stellenverlust abzufedern: Hierzu zählen etwa eine Helpline, Jobbörsen, Infoveranstaltungen, Karriere-Speeddatings, praktische Unterstützung beim Erstellen von Bewerbungsdossiers, individuelle Vermittlungen etc. Die meisten der rund 150 Personen, denen eine Kündigung per Ende Oktober ausgesprochen werden musste, haben inzwischen bereits eine neue Stelle gefunden oder eine Lösung in Aussicht.

Dem Verwaltungsrat liegt es am Herzen, dass möglichst jede einzelne betroffene Person eine passende Lösung findet.

Insbesondere liess sich die weitere Ausbildung der 40 Lernenden und Studierenden organisieren. Jene Mitarbeitenden, die sofort eine neue Stelle gefunden haben, durften teilweise auch vor Ablauf der Kündigungsfrist wechseln. Für die übrigen betroffenen Mitarbeitenden läuft die Stellensuche und Unterstützung intensiv weiter. Dem Verwaltungsrat liegt es am Herzen, dass möglichst jede einzelne betroffene Person eine passende Lösung findet. Deshalb erhalten alle nach Bedarf individuelle Unterstützung.

Der gesamte Verwaltungsrat hat ausdrücklich den bewundernswerten Einsatz gewürdigt, den alle Beteiligten und Mitarbeitenden angesichts der emotionalen Betroffenheit zum Wohl der Patient:innen und der Bevölkerung leisten.

Gesundheitsangebot im Akut- und Langzeit-Bereich nachfrageorientiert gesichert

Bei der Entscheidfindung behielt der Verwaltungsrat die Auswirkungen auf die Spital-Mitarbeitenden, Patient:innen sowie die Bevölkerung im Einzugsgebiet speziell im Blick. Angesichts der finanziellen Lage war die Schliessung des Akutspitals jedoch leider schlicht unausweichlich. Seit Jahren decken die Einnahmen die Kosten trotz grosser Anstrengungen nicht mehr.

Die stationären Fallzahlen sanken von 2018 bis 2025 um fast 20 Prozent.

Das Spital Menziken verzeichnete immer weniger Patient:innen. Die stationären Fallzahlen sanken von 2018 bis 2025 um fast 20 Prozent. Es resultierten Jahr für Jahr entsprechende Verluste, was der Öffentlichkeit mit den Jahresabschlüssen regelmässig kommuniziert wurde. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben über mehrere Jahre versucht, den Rückgang der Patientenzahlen zu stoppen. Mit der ausbleibenden Trendwende drohte in wenigen Monaten die Zahlungsunfähigkeit. Der gesamte Betrieb hätte per sofort schliessen müssen. Und alle Angestellten hätten von heute auf morgen ihre Arbeit verloren.

Dieses Worst-Case-Szenario wollte und will der Verwaltungsrat verhindern, indem er sich für die Rettung jener Angebote engagierte, die am meisten den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen.

Patientenwohl, Lohnsicherung und Zahlungsfähigkeit sind zentral

Die Massnahmen ermöglichen es zudem, den stationären Betrieb des Akutspitals insbesondere auch zum Wohl der Pat:ientinnen geordnet bis Ende Oktober 2026 einzustellen. Alle gekündigten Mitarbeitenden können sich darauf verlassen, dass ihre Löhne bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses gesichert sind und vollständig bezahlt werden können. Nebst den Löhnen sind auch alle anderen Zahlungen wie Sozialleistungen, Lieferantenrechnungen und die Leistungen aus dem Sozialplan bis zum Betriebsende des Akutspitals gewährleistet.

Vorschläge der Gewerkschaft sind unrealistisch

Eine verantwortungsvolle Rolle trägt unter den schwierigen Umständen die Gewerkschaft VPOD. Die Gewerkschaft hat die Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder bestmöglich zu verteidigen. Diese Aufgabe verdiene Respekt. Daher wurde dem VPOD die Situation transparent erörtert.

Dessen Vorschläge zur Sicherung des Weiterbetriebs des Akutspitals oder zusätzliche Entschädigungen in Millionenhöhe zugunsten des Sozialplans sind laut Verwaltungsrat jedoch leider unrealistisch und nicht verkraftbar. Sie hätten die unverzügliche Überschuldung der Spital-AG und deren Zahlungsunfähigkeit zur Folge. Die Löhne aller Mitarbeitenden, das künftige Gesundheitsangebot und damit die verbleibenden rund 150 Arbeitsplätze in Menziken wären unmittelbar gefährdet. Das kann der Verwaltungsrat bei allem Verständnis für die Gewerkschaftsanliegen nicht verantworten.

Ein spezieller Dank gilt all jenen, die trotz der schwierigen Übergangsphase bis zuletzt professionell und fürsorglich für die Patient:innen da sind und die geordnete Überführung in die Neuorganisation unterstützen.

Andreas Edelmann, Verwaltungsratspräsident, Asana Spital Menziken

Fokus auf professionelle Neuorganisation und Unterstützung der Mitarbeitenden

Zusammengefasst lässt sich festhalten: Der Verwaltungsrat der Asana Spital Menziken AG musste sich nach sorgfältigem Abwägen aller Optionen für einen geordneten Weg zur Schliessung des Akutspitals entscheiden. Er bedauert nach wie vor ausserordentlich, dass das Akutspital nicht erhalten bleiben kann und Menschen ihre gewohnte Arbeitsstelle in Menziken verlieren.

Der Verwaltungsrat dankt allen Mitarbeitenden ausdrücklich für ihr grosses Engagement, das sie zum Wohl der Patient:innen Tag und Nacht geleistet haben. «Ein spezieller Dank und besondere Anerkennung gilt all jenen, die trotz der schwierigen Übergangsphase bis zuletzt professionell und fürsorglich für die Patient:innen da sind und die geordnete Überführung in die Neuorganisation unterstützen», betont Verwaltungsratspräsident Andreas Edelmann. «Das ist angesichts der auch emotionalen Belastung alles andere als selbstverständlich.»

Beitragsbild: Altes Gebäude des Asana Spitals Menziken (Foto: zvg)

   

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