
Für die fünfte Ausgabe der Innovation Qualité hatten sich 60 Qualitätsprojekte aus der ganzen Schweiz beworben. Dieses überwältigende Echo zeigt, wie viele Fachpersonen sich höchst erfolgreich für die Entwicklung des Gesundheitswesens engagieren. Der Qualitätspreis ist in den Kategorien «Erfolgreiche Ambulantisierung» und «Patientensicherheit» mit je 15’000 Franken dotiert, für den «Sonderpreis der Jury» werden 10’000 Franken vergeben. Auch Projekte, die in der engeren Auswahl der Jurorinnen und Juroren standen, werden auf der Preiswebsite publiziert.

Das von der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER und dem Gesundheitsdepartement Basel-Stadt in Basel lancierte Projekt «AdvantAGE: Sicherer Übergang vom Spital nach Hause» verbessert die Versorgung älterer, komplex erkrankter Menschen in einer besonders kritischen Phase: beim Austritt aus dem Spital. Im Zentrum steht ein innovatives, von Advanced Practice Nurses (APN) geleitetes Versorgungsmodell, das die Betreuung nahtlos vom Spital ins häusliche Umfeld weiterführt.
Ziel ist es, ungeplante Wiedereintritte zu reduzieren, die Selbstständigkeit zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit bei Patientinnen und Patienten und bei Fachpersonen sowie eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit zwischen Spital, Hausärztinnen bzw. Hausärzten und Spitex. Das vom Kanton Basel-Stadt mitfinanzierte Projekt schliesst eine zentrale Versorgungslücke und gilt als wegweisend für eine integrierte, patientenzentrierte geriatrische Versorgung.
Das Universitäts-Kinderspital Zürich hat mit seinem Projekt «Safety by Structure» einen innovativen Standard für klinische Übergaben entwickelt, der die Patientensicherheit nachhaltig verbessert. Das Projekt führt mit IDE-AKINEFA-PRO ein einheitliches, interprofessionelles und standortübergreifendes Vorgehen ein, das kritische Informationen strukturiert, vollständig und verständlich übermittelt. Vier klar definierte Schritte – vom fokussierten Start bis zur gemeinsamen Festlegung von Plan und Risiken – sorgen für transparente und sichere Kommunikation im klinischen Alltag. Besonders hervorzuheben ist die konsequente Einbindung von Kindern und Familien in den Informationsprozess – in Anlehnung an die Initiative «Martha’s Rule» aus den UK.
Das Gewinnerprojekt führte zu messbaren Erfolgen: weniger Informations-verluste, ein deutlicher Rückgang sicherheitsrelevanter Ereignisse sowie eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen. Als verbindlicher Standard ist das Modell heute fest in den klinischen Prozessen verankert und gilt als zukunftsweisender Ansatz für eine sichere, effiziente und familienorientierte Patientenversorgung. Das Projekt ist interdisziplinär, besitzt hohe Relevanz, zeigt ein pragmatisches Vorgehen und fördert eine gemeinsame Sprache.
Das Projekt «interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für erwachsene Childhood Cancer Survivors» des Kantonsspitals Baselland schliesst eine wichtige Versorgungslücke in der Schweiz. Denn Dank medizinischer Fortschritte erreichen heute über 85 % der betroffenen Kinder das Erwachsenenalter – oft jedoch mit erheblichen Spätfolgen.
Ein zentrales Element ist der «Survivorship Passport», der Patientinnen und Patienten und Behandelnden Zugang zu relevanten Gesundheitsinformationen ermöglicht. Das Modell verbessert die Früherkennung von Folgeerkrankungen, stärkt die Gesundheitskompetenz der Betroffenen und erhöht ihre Lebensqualität. Aufgrund seines Erfolgs wurde es bereits von mehreren Spitälern übernommen und gilt als wegweisendes Leuchtturmprojekt der Krebsnachsorge.
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