Unsichtbarer Hörverlust_Was Spitäler beachten müssen Canva
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7. April 2026

Background

Versorgung von Patient:innen mit Hörverlust optimieren

Unsichtbarer Hörverlust: Was Spitäler beachten müssen

Christina Pesenti vom weltweit führenden Hörgerätehersteller Demant zeigt, wie Sensibilisierung, moderne Hörgeräte, Remote-Care und vernetzte Hörsysteme die Versorgung älterer Patient:innen verbessern.
Competence Martina Greiter

Autorin

Martina Greiter

Redaktorin Competence deutsche Schweiz

martina.greiter@hplus.ch

Wegen der fehlenden Sichtbarkeit des ­Handicaps Hörverlust ist die Sensibilisierung des Spital­personals wichtig. Was ist dabei zu beachten?

Gerade bei älteren Patient:innen ist es wichtig, dass das Personal typische Anzeichen kennt und die Kommunikation anpasst – etwa durch Blickkontakt, klare Sprache und Reduktion von Hintergrundlärm, um Missverständnisse und Risiken für die Patientensicherheit zu vermeiden.

Christina Pesenti, General Manager, Demant Schweiz AG

Wie entlastet moderne Technologie die Fachkräfte im Spital bei der Versorgung von Patient:innen mit Hörgeräten?

Hörgerätehersteller stellen Anpasssoftware zur Verfügung, die es dem Fachpersonal erleichtert, Hörgeräte individuell einzustellen, bei Bedarf auch via Remote-Care. Zudem gibt es portable Audiometer, mit denen Basis-Hörtests direkt am Bett durchgeführt werden können. Moderne Hörsysteme arbeiten ferner sehr autonom. Sensorgesteuerte Technologien erkennen die Bewegungen, die Umgebung, die Gespräche und passen sich automatisch an.

Welche Vorteile können vernetzte Hörsysteme in Spitälern bieten?

Viele moderne Hörgeräte und vermehrt auch Sendegeräte verfügen über Bluetooth und zunehmend über den neuen Bluetooth-Standard Auracast. Dieser ermöglicht es beispielsweise auch in Spitälern, TV-Sig­nale oder allgemeine Durchsagen individuell direkt auf die Hörgeräte von Patient:innen zu übertragen – ohne dabei andere zu stören.

Im Spital sollte aktiv nach Hörproblemen gefragt und bei Bedarf ein einfacher Hörtest durchgeführt werden.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen in der audiologischen Versorgungskette?

Häufig wird ein Hörverlust gar nicht erkannt, weil Betroffene diesen oftmals verbergen. Ihr Gehirn kompensiert Verständigungslücken automatisch, wobei unsicher ist, welche Information bei ihnen ankommt. Daher sollte im Spital aktiv nach Hörproblemen gefragt und bei Bedarf ein einfacher Hörtest durchgeführt werden sowie – wo vorhanden – allenfalls die HNO- bzw. audiologische Abteilung frühzeitig einbezogen werden.

Moderne Hörgeräte sind Alltagsbegleiter und keine ‹Hilfsmittel für Alte› mehr.

Und zum Abschluss: Was verstehen Sie allgemein unter Hörvorsorge?

Es ist wichtig, die Hörgesundheit zu fördern, um möglichen Folgerisiken wie Isolation, Depression, aber auch Demenz vorzubeugen. Zentrale Punkte sind Entstigmatisierung von Hörverlust, frühzeitige Tests und der Hinweis, dass moderne Hörgeräte längst Alltagsbegleiter und keine ‹Hilfsmittel für Alte› mehr sind. Ein Beispiel ist das winzige Im-Ohr-Hörgerät Oticon Zeal von Demant, das als erstes Hörgerät dieser Art Bluetooth-Konnektivität und Wiederaufladbarkeit bietet.

Beitragsbild: Canva

   

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