LIFT-Jugendliche im Einsatz im Rahmen eines Wochenarbeitsplatzes (WAP) in einem Alters- und Pflegeheim. (©Stiftung Mercator)
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7. April 2026

Background

Jugendprojekt LIFT

Nachwuchsförderung mit Wirkung – auch in Spitälern

Der Verein Jugendprojekt LIFT begleitet Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Berufswelt. Rund 5000 Betriebe – auch im Gesundheitswesen – profitieren von frühen Praxiseinblicken.
Competence Larissa Kabeya

Autorin

Larissa Kabeya

Verantwortliche PR bei Jugendprojekt LIFT

larissa.kabeya@jugendprojekt-lift.ch

Für viele Jugendliche ist die Berufswahl eine grosse Herausforderung. Erste Praxiserfahrungen können dabei wichtige Orientierung bieten. Genau hier setzt der Verein Jugendprojekt LIFT an: In regelmässigen Wochenarbeitsplätzen (WAP) sammeln Jugendliche ab der 7. Klasse Erfahrungen in Betrieben und erhalten Einblicke in den Arbeitsalltag – auch im Spitalwesen.

Das Kantonsspital Baselland (KSBL) engagiert sich seit rund 15 Jahren punktuell als WAP-Betrieb bei LIFT.

Die Einsätze finden in der schulfreien Zeit statt und werden von den Schulen sorgfältig vorbereitet und begleitet. Ihre Erfahrungen reflektieren die Jugendlichen in Modulkursen. So werden Lernprozesse gezielt angestossen und begleitet und in der Folge fachliche wie auch persönliche Kompetenzen gestärkt. Für Betriebe schafft dieses Engagement die Gelegenheit, junge Menschen kennenzulernen und einen aktiven Beitrag zur Nachwuchsförderung zu leisten.

Praxisbeispiel Kantonsspital Baselland

Das Kantonsspital Baselland (KSBL) engagiert sich seit rund 15 Jahren punktuell als WAP-Betrieb bei LIFT. Aus Sicht von Giulietta Garofalo, Berufsbildungsverantwortliche FAGE/AGS, und Esther Jeger-Borruat, Berufsbildungsverantwortliche Hauswirtschaft und Technik, bietet das Programm einen klaren Mehrwert für den Betrieb: Es ermöglicht dem Spital, Jugendliche frühzeitig kennenzulernen, ihre Perspektive zu verstehen und Potenziale zu erkennen.

Wochenarbeitsplätze werden unter anderem in der Pflege, der Hauswirtschaft, der Reinigung sowie in der Logistik angeboten. Die Jugendlichen unterstützen die Teams bei einfachen, klar definierten Aufgaben – etwa bei Botengängen, bei der Tee- und Wasser-Runde oder in der Wäsche- und Materialversorgung. So machen sie sich mit Abläufen, Verantwortung und Zusammenarbeit in einem komplexen Umfeld vertraut und erhalten einen authentischen Einblick in den Spitalalltag. Die Begegnungen sind geprägt von Offenheit, Neugier und gegenseitigem Lernen – auf beiden Seiten.

Verantwortung als Lernfeld

Besonders geschätzt wird am Programm die Verantwortung, die Jugendliche im Rahmen der Wochenarbeitsplätze übernehmen. Sie verpflichten sich, über zwei bis drei Jahre am Programm teilzunehmen und in ihrer Freizeit während mindestens drei Einsatzphasen von jeweils drei Monaten wöchentlich zwei bis drei Stunden regelmässig in einem Betrieb mitzuarbeiten. Damit verbunden sind Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und sorgfältiges Arbeiten – Anforderungen, die im Spitalumfeld besonders wichtig sind.

Ein besonders schönes Erlebnis ist der Moment, in dem die Jugendlichen ihren Lohn abholen.

Die Erfahrungen des KSBL zeigen, dass die Jugendlichen diesen Anforderungen in der Regel sehr gut gerecht werden. Sie treten freundlich, respektvoll und verantwortungsbewusst auf und finden ihren Platz im Team. Dabei lernen sie, sich im Arbeitsalltag zurechtzufinden und sich in einer Erwachsenenwelt zu bewegen.

Ein besonders schönes Erlebnis ist der Moment, in dem die Jugendlichen ihren Lohn abholen. Der Stolz über den eigenen Einsatz und das verdiente Taschengeld macht sichtbar, wie wertvoll diese Erfahrungen für die persönliche Entwicklung sind.

Zusammenarbeit mit Perspektive

Für das KSBL ist LIFT auch mit Blick auf die langfristige Personalentwicklung relevant. In einzelnen Fällen konnten Jugendliche später als Lernende, insbesondere in der Pflege, gewonnen werden. Der Selektionsaufwand reduziert sich, da die Jugendlichen bereits bekannt sind und ihre Fähigkeiten im Arbeitsalltag unter Beweis gestellt haben. Auch zusätzliche Schnupperwochen können entfallen.

Wer Jugendliche fördert, sichert Fachkräfte und investiert in die Zukunft unserer Gesellschaft.

Neben dem Nutzen für den Betrieb eröffnet das Jugendprojekt LIFT auch den Mitarbeitenden eine sinnstiftende Rolle: Sie begleiten junge Menschen auf ihrem Weg in die Berufswelt, geben ihre Freude am Beruf weiter und leisten einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Engagement des Spitals. Das KSBL plant, auch künftig Wochenarbeitsplätze anzubieten. Die Zusammenarbeit mit LIFT wird als Bereicherung erlebt – für die Jugendlichen, die Mitarbeitenden und den Betrieb insgesamt.

Beitragsbild: LIFT-Jugendliche im Einsatz im Rahmen eines Wochenarbeitsplatzes (WAP) in einem Alters- und Pflegeheim. (©Stiftung Mercator)

   

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