Zurück ins Leben, zurück in den Beruf: Die berufliche Wiedereingliederung unterstützt Menschen nach Unfall oder Krankheit dabei, ihre Fähigkeiten zu stärken und neue Perspektiven zu entwickeln. (Foto: inkognito visuelle kommunikation gmbh, Andy Juchli) Rehaklinik Bellikon
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7. April 2026

Focus Absentismus

Arbeitsorientierte (Tages-)Rehabilitation

Rehaklinik Bellikon: Vorbereitung auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz

Eine multidisziplinäre, arbeitsorientierte Rehabilitation stellt eine einmalige Chance dar, um Patient:innen – mehrheitlich mit unfallbedingten Verletzungen – wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen.
Competence Frank Staudenmann

Autor

Dr. med.

Frank Staudenmann

Leitender Arzt, Leitung Arbeitsorientierte Rehabilitation, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, Rehaklinik Bellikon

frank.staudenmann@rehabellikon.ch

Jährlich werden in der Suva-Klinik, Rehaklinik Bellikon rund 500 Patient:innen im Bereich der Arbeitsorientierten Rehabilitation betreut. Etwa 85 Prozent absolvieren das Programm ambulant in der Tages-Rehabilitation – nach dem Grundsatz «ambulant vor stationär». In der Mehrzahl handelt es sich dabei um Patient:innen, die nach einer vorgängigen Monotherapie ihre Arbeit noch nicht wiederaufnehmen konnten.

Die arbeitsorientierte Rehabilitation – meist nach Unfällen – dauert drei bis fünf Wochen und erfolgt grösstenteils ambulant.

Das werktags stattfindende, ganztägige arbeitsorientierte Reha-Programm besteht aus mehreren Massnahmen, die von Fachpersonen aus verschiedenen Gesundheitsberufen durchgeführt werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachpersonen und den Patient:innen steht im Mittelpunkt. Zentral ist auch die Koordination mit dem Kostenträger. Sie ist eine wichtige Grundvoraussetzung für die Vorbereitung einer erfolgreichen Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

Die Suva-Kliniken, mit den Standorten Sion und Bellikon (Rehaklinik Bellikon im Bild/zvg), verfügen über hochspezialisiertes Wissen und jahrzehntelange Erfahrung in der Unfallrehabilitation.
Die Suva-Kliniken, mit den Standorten Sion und Bellikon (Rehaklinik Bellikon im Bild/zvg), verfügen über hochspezialisiertes Wissen und jahrzehntelange Erfahrung in der Unfallrehabilitation.

Ausgangslage und Zielsetzung

In der arbeitsorientierten Rehabilitation werden Patient:innen meist nach einem Unfallereignis mehrheitlich ambulant aufgenommen. Oftmals kommt es nach einem Unfall nicht nur zu körperlichen Verletzungen, sondern auch das psychische Wohlbefinden ist betroffen und das bisherige Leben gerät aus den Fugen.

Zu Beginn der Rehabilitation werden die Patient:innen ärztlich untersucht. Im anschliessenden Gespräch mit einer ärztlichen und einer physiotherapeutischen Fachperson werden die zu erreichenden Ziele zur Alltagsbewältigung vereinbart, um die Arbeitswiederaufnahme vorzubereiten. Diese Ziele sollen spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert (SMART) sein. Sie umfassen hauptsächlich Themen wie die Verbesserung beeinträchtigter Körperfunktionen, Schmerzreduktion, Erarbeitung von Strategien für einen geeigneten Umgang mit der veränderten körperlichen Situation und mit den neuen Lebensumständen sowie die konkrete Vorbereitung der Arbeitswiederaufnahme. Zudem werden allfällige medizinische Abklärungen aufgegleist.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Rehabilitation setzt sich gemäss dem hierzu definierten TarReha-Tarif wie folgt zusammen:

  • Medizinische Trainingstherapie
  • Einzel-Physiotherapie
  • Berufsorientiertes Training
  • Ergotherapie (bei Bedarf)
  • Psychiatrische und/oder psychologische
  • Mitbetreuung (bei Bedarf)

Wöchentlich finden Gespräche der Patient:innen mit dem Rehateam statt, das aus Ärzt:innen, Physiotheapeut:innen und bei Bedarf weiteren obengenannten Fachleuten besteht. Dabei wird geprüft, ob die Patient:innen die geplanten Etappen auf dem Weg zu ihren SMART-Zielen erreichen konnten oder ob die Massnahmen angepasst werden müssen. Die arbeitsorientierte Rehabilitation dauert i.d.R. drei bis fünf Wochen.

Wenn die Rückkehr in die bisherige berufliche Tätigkeit möglich ist, nimmt das Reha-Team während der zweiten Hälfte der Rehabilitation Kontakt mit dem Kostenträger auf.

Vorbereitung der Wiedereingliederung

Wenn die Rückkehr in die bisherige berufliche Tätigkeit möglich ist, nimmt das Reha-Team während der zweiten Hälfte der Rehabilitation Kontakt mit dem Kostenträger auf. Weitere Details des Arbeitswiedereinstiegs werden an einem runden Tisch während oder kurz nach der Rehabilitation zusammen mit dem Arbeitgeber, Kostenträger und den Patient:innen koordiniert.

Ist eine Rückkehr in die bisherige berufliche Tätigkeit verletzungsbedingt nicht realistisch, wird die Zeit der Rehabilitation auch dazu genutzt, um zusammen mit Fachpersonen mögliche Wege einer beruflichen Neuorientierung zu evaluieren und geeignete berufliche Massnahmen aufzugleisen.

Fazit: Eine multidisziplinäre, arbeitsorientierte Rehabilitation stellt eine sehr wichtige Massnahme und auch einmalige Chance dar, um Patient:innen mehrheitlich mit unfallbedingten Verletzungen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen.

Beitragsbild: Zurück ins Leben, zurück in den Beruf – die berufliche Wiedereingliederung unterstützt Menschen nach Unfall oder Krankheit dabei, ihre Fähigkeiten zu stärken und neue Perspektiven zu entwickeln. (Foto: inkognito visuelle kommunikation gmbh, Andy Juchli)

   

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