
Bei der klassischen Herzoperation wird in der Regel das Brustbein durchtrennt und so der Zugang zum Herzen geschaffen. Vor allem bei älteren und besonders kranken Patient:innen sollte dies jedoch möglichst vermieden werden und minimalinvasive Verfahren sollten zum Einsatz kommen.
Der Einsatz des Operationsroboters ist Teil eines umfassenden Behandlungskonzepts. Die neue Chefärztin und Leiterin der Klinik für Herzchirurgie des Universitären Herzzentrums Basel, Prof. Hassina Baraki (siehe Who is new Oktober 2025) und ihr Expertenteam bringen damit eine Innovation in der Herzchirurgie nach Basel.
Der wegweisende Behandlungsansatz in der Herzchirurgie stützt sich damit auf zwei Schlüsselfaktoren: Einerseits individualisierte, minimalinvasive Operationstechniken, andererseits eine strukturierte, interdisziplinäre Patientenbetreuung, wie beispielsweise nach dem ERAS-Konzept (Enhanced Recovery After Surgery).
Der DaVinci 5 Roboter ermöglicht schonende Eingriffe am Herzen mit höchster Präzision. Über kleine Hautschnitte wird der Zugang zum Herzen geschaffen, während das Brustbein unangetastet bleibt. Die Patient:innen profitieren von geringeren postoperativen Schmerzen, schnellerer Wundheilung und einer früheren Rückkehr in den Alltag.
Neu wird in der Klinik für Herzchirurgie in Basel eine ERAS-Pflegefachperson engagiert. Als speziell geschulte ERAS-Nurse begleitet sie Patient:innen durch den gesamten Behandlungsprozess. Sie fungiert als zentrale Ansprechpartnerin, koordiniert die verschiedenen Behandlungsschritte mit allen Abteilungen und stellt sicher, dass Patient:innen aktiv in ihre eigene Genesung eingebunden werden. Dazu gehört eine ganzheitliche Vorbereitung auf die Operation, frühzeitige Mobilisierung nach dem Eingriff, angepasste Schmerztherapie und rasche Rückkehr zur normalen Ernährung.
Die beste Medizin verbindet chirurgische Präzision mit menschlicher Nähe. Wir behandeln schliesslich nicht nur ein Organ, sondern den ganzen Menschen.
Prof. Hassina Baraki, Chefärztin und Leiterin Klinik für Herzchirurgie, Universitäres Herzzentrum am Universitätsspital Basel
Ängste, Stress und depressive Symptome können den Verlauf einer Herzerkrankung und die postoperative Genesung massgeblich beeinflussen. Eine frühzeitige psychokardiologische Begleitung soll helfen, mentale Ressourcen zu stärken und den Patient:innen dadurch die besten Erfolgschancen zu geben. Deshalb werden Patient:innen bereits Tage oder Wochen vor der Operation, durch spezifische Ernährung und Training sowie mentale Vorbereitung «prähabilitiert».
Beitragsbild: Aus dem Team der Herzchirurgie v.l.n.r.: Prof. Oliver Thomas Reuthebuch, Stv. Chefarzt Herzchirurgie; Prof. Hassina Baraki, Chefärztin Herzchirurgie, und Prof. Ingo Kutschka, Stv. Chefarzt Herzchirurgie