
Im Rahmen des Nationalen Monitorings Pflegepersonal beleuchtet das Obsan Bulletin 01/2025 die Entwicklung der Anzahl der Stellenausschreibungen für Pflegefachpersonen im Zeitraum von 2018 bis 2024. Diese Daten liefern wertvolle Hinweise für die Analyse des Personalmangels in der Schweiz.
Seit 2018 zeigen die Indikatoren einen wachsenden Personalbedarf, was auf eine zunehmende Anspannung auf dem Arbeitsmarkt hinweist. Am 15. November 2024 waren in der Schweiz 8623 Stellen für Pflegefachpersonen ausgeschrieben. Damit war Pflegefachperson der am häufigsten ausgeschriebene Beruf in der Schweiz.
Speziell in der Langzeitpflege ist der Bedarf an neuen Mitarbeitenden im Vergleich zu anderen Gesundheitsinstitutionen relativ höher. Regional betrachtet zeigt sich der grösste Personalbedarf in der Zentral- und Ostschweiz. Die Genferseeregion weist mit Abstand die niedrigste Quote an ausgeschriebenen Stellen ohne Personaldienstleiser auf.
Die präsentierten Indikatoren spiegeln nicht nur die Herausforderungen des Personalmangels wider, sondern auch die Dynamik und Praktiken des Arbeitsmarktes. So können Stellen nicht nur über klassische Ausschreibungen besetzt werden, sondern auch durch Kooperationen mit Bildungseinrichtungen oder Initiativbewerbungen.
Die Ergebnisse zeigen, dass über die Hälfte der Stellen für Pflegefachpersonen von Personaldienstleistern ausgeschrieben wird. Ob diese in erster Linie die Gesundheitsinstitutionen bei der Personalrekrutierung ersetzen oder ob sich ihre Aktivitäten überschneiden, indem sie die gleichen Fachkräfte rekrutieren, lässt sich aus den Daten nicht ableiten.
Personaldienstleister können verschiedene Funktionen ausüben. Zum einen können sie Stellensuchende und Arbeitgebende zusammenführen (Personalvermittlung). Zum anderen können sie selbst Personal rekrutieren, um es anschliessend einem Drittbetrieb zur Verfügung zu stellen (Personalverleih). Personaldienstleister können auch eine Kartei aufbauen, um den Unternehmen schneller geeignete Kandidat:innen zu empfehlen. Somit ist nicht jedes Inserat eines Personaldienstleisters mit einer konkreten Stelle verbunden.
Die Inserate der Personaldienstleister müssen den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Es muss ersichtlich sein, wenn lediglich Interessent:innen zum Aufbau einer Kartei gesucht werden. Fiktive Stellenangebote sind nicht zulässig.
Personaldienstleister agieren sowohl in der Personalvermittlung als auch im Personalverleih. Die Indikatoren spiegeln auch diese neuen Formen der Flexibilisierung und des Personalmanagements wider.
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