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27. September 2022

Krankenkassenprämien 2023

Reaktion von H+

KVG in der Sackgasse?

Nachdem 2022 die Krankenkassenprämien leicht gesunken sind, kommt nun die Quittung. Dabei sind die aktuelle Teuerung und Lohnerhöhungen beim Gesundheitspersonal in den Prämien 2023 noch nicht einmal mit eingerechnet.

Schon 2021 hat H+ davor gewarnt, dass die Prämien 2023 und die darauffolgenden Jahre prozentual stärker steigen könnten als von 2021 auf 2022. Die Prämienankündigungen für kommendes Jahr bestätigen diese These: Die Prämien 2023 widerspiegeln nun auch die von den Spitälern und Kliniken in der Pandemiezeit erbrachten Leistungen, ebenso wie das Nachholen verschobener medizinischer Eingriffe (Nachholeffekt). Zudem schlagen sich die medizinischen Folgekosten der Pandemie wie z. B. Long Covid ebenfalls in den Prämien nieder.

Wenn die Schweiz das aktuelle Versorgungsniveau der Bevölkerung sichern will, werden die politischen Verantwortlichen nicht darum herumkommen, ergänzende oder alternative Finanzierungslösungen zu diskutieren. Und zwar für schweizerische Verhältnisse ungewöhnlich rasch.

Neben COVID-19 beeinflussen aber auch der technologische Fortschritt, das Bevölkerungswachstum sowie der demografische Wandel die Kostenentwicklung. Diese Faktoren führen dazu, dass die Patient:innen mehr Leistungen in den Spitälern und Kliniken in Anspruch nehmen, was zu höheren Kosten führt.

Teuerung noch nicht in die Prämien 2023 eingerechnet

Aktuell schlägt sich die Teuerung bereits auf die Rechnungen der Spitäler und Kliniken nieder. Doch diese können die höheren Kosten nicht wie andere Unternehmungen auf die Preise abwälzen, sondern sind, wenigstens im OKP-Bereich, an Sozialversicherungstarife gebunden. Damit die aktuelle Energie- und Energiepreis-Krise abgefedert werden kann, müssen die Tarife, die ohnehin chronisch unterfinanziert sind, im Minimum und dringend an die Teuerung angepasst werden.

Gleichzeitig werden Inflation und Prämienschock den politischen Druck auf die Gesundheitskosten noch weiter erhöhen, was Tarifanpassungen massiv erschweren wird. Damit steht die Spital- und Klinik-Branche vor einer Herausforderung, die sie aus eigener Kraft nur teilweise wird bewältigen können.

Wenn die Schweiz das aktuelle Versorgungsniveau der Bevölkerung sichern will, werden die politischen Verantwortlichen nicht darum herumkommen, ergänzende oder alternative Finanzierungslösungen zu diskutieren. Und zwar für schweizerische Verhältnisse ungewöhnlich rasch.

Beitragsbild: Ruben Rubio auf Pixabay

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