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15. November 2022

KOF Konjunkturforschungsstelle

Anstieg des Anteils der Gesundheitsausgaben am BIP flacht ab

Gemäss KOF-Prognose werden die Gesundheitsausgaben im Vergleich zur Wirtschaftsleistung weniger stark als in den vergangenen Jahren ansteigen.

Von Anfang 2020 bis ins Jahr 2022 hinein hatte die COVID-​19-Pandemie einen beträchtlichen Einfluss auf das Schweizer Gesundheitssystem. Die Folgen der COVID-19-Pandemie dürften aber noch einige Zeit spürbar bleiben: Einerseits aufgrund aufgeschobener Behandlungen während der akuten Phasen der Epidemie, andererseits wegen der schwer abschätzbaren Wahrscheinlichkeit neuer schwerer Infektions-​ und Krankheitswellen sowie wegen der möglichen Langzeitfolgen von COVID-​19-Erkrankungen.

Von 2021 bis 2024 beträgt der durchschnittliche jährliche Anstieg der Gesundheitsausgaben 3,5 Prozent, nach 2,9 Prozent über die zehn Jahre zuvor und 4,0 Prozent über die Jahre 2001 bis 2010.

Die KOF Konjunkturforschungsstelle erwartet für 2021 einen Anstieg der nominalen Gesundheitsausgaben von 4,4 Prozent, der massgeblich durch den 2020 aufgestauten Nachholbedarf an Gesundheitsbehandlungen getrieben sein dürfte. Für das laufende Jahr beträgt die Prognose 2,9 Prozent. Die Wachstumsrate sollte sich danach allmählich normalisieren, mit 3,6 Prozent 2023 und 3,1 Prozent 2024. Über den Prognosezeitraum (2021 bis 2024) hinweg beträgt der durchschnittliche jährliche Anstieg 3,5 Prozent, nach 2,9 Prozent über die zehn Jahre zuvor und 4,0 Prozent über die Jahre 2001 bis 2010.

Im Prognosezeitraum erwartet die KOF Gesundheitsausgaben in Höhe von 86,9 Milliarden Franken 2021, 89,5 Milliarden 2022, 92,7 Milliarden 2023 und 95,6 Milliarden 2024. Pro Kopf ergeben sich daraus jährliche Gesundheitsausgaben von 9993 Franken (2021), 10 190 Franken (2022), 10 416 Franken (2023) und 10 612 Franken (2024).

Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum BIP konstant bis leicht abnehmend

Die Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) im Jahr 2021 betragen 11,9 Prozent, nach 12,0 Prozent im Vorjahr. Im Jahr 2022 dürfte das Verhältnis nochmals leicht sinken (auf 11,6 Prozent) und sich dann in den Jahren 2023 und 2024 bei 11,8 Prozent einpendeln.

Im Zeitraum 2021 bis 2024 beträgt das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum BIP durchschnittlich 11,8 Prozent, nach 11,1 Prozent über die zehn Jahre zuvor und 9,8 Prozent über die Jahre 200 bis 2010. Damit flacht der Anstieg des Anteils der Gesundheitsausgaben am BIP ab.

Ungewöhnlich hohe Staatsausgaben aufgrund der Pandemie – KOF erwartet Normalisierung bis 2024

Bei der Betrachtung der Finanzierung der Gesundheitsausgaben zeigt sich, dass die COVID-​19-Pandemie 2020 zu einem im historischen Vergleich für die Schweiz ungewöhnlich hohen Wachstumsbeitrag des Staates geführt hat. Diese Entwicklung hat sich 2021 aber bereits wieder umgekehrt und wird sich bis 2024 normalisieren. Dies alles unter der Annahme, dass die Pandemie im weiteren Verlauf nicht doch noch ein verstärktes finanzielles Engagement des Staates im Gesundheitswesen nötig machen wird.

Die zweite Auffälligkeit ist der hohe Wachstumsbeitrag durch die von den privaten Haushalten 2021 selbst getragenen Gesundheitsausgaben. Hierfür dürften grösstenteils die Kosten von nicht vom Bund übernommenen bzw. erstatteten COVID-​19-Tests verantwortlich sein.

Beitragsbild: KOF

   

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